Zertifizierungsordnung

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§1 Ziel

  1. Die Zertifizierung im Deutschen Coaching Verband e. V. (DCV) erfolgt gemäß dieser Zertifizierungsordnung und dient dem Nachweis der professionellen Kompetenz.
  2. Durch das Zertifizierungsverfahren wird festgestellt, ob die erforderlichen Qualifikationen und Voraussetzungen auf Seiten des Antragstellers/der Antragstellerin vorhanden sind.

§2 Aufgaben der Zertifizierungskommission

  1. Zuständig für die Durchführung des Zertifizierungsverfahrens ist die Zertifizierungskommission des Deutschen Coaching Verbandes e. V. (DCV) gemäß der Satzung des Verbandes.
  2. Es gelten die in der Satzung dargestellten Vorschriften für die Arbeit der Zertifizierungskommission.

§3 Zertifizierungsstufen

  1. Für Coachs werden folgende Zertifizierungsstufen unterschieden:
    1. „Coach (DCV)“
    2. „Seniorcoach (DCV)“
  2. Für ausbildende Coachs erfolgt zusätzlich die Zertifizierung als „Lehrcoach (DCV)“.
  3. Für Ausbildungsinstitute für Coachs lautet die Zertifizierung „Ausbildungsinstitut (DCV)“
  4. Für Coachingausbildungen lautet die Zertifizierung auf „Coachingausbildung (DCV)“.

§4 Voraussetzungen der Zertifizierung

  1. Voraussetzung für die Zertifizierung ist in jedem Fall die Mitgliedschaft des Antragstellers/der Antragstellerin im Deutschen Coaching Verband e. V. (DCV). Der Antrag auf Zertifizierung muss in eigener Sache gestellt werden.
  2. Für die Zulassung zur Zertifizierung als Coach, Seniorcoach oder Lehrcoach sowie für die Zertifizierung eines Ausbildungsinstitutes oder einer Ausbildung sind bestimmt formale Voraussetzungen zu erfüllen, die im Anhang (Abschnitt 2 – 6) entsprechend dargelegt sind.

§5 Gebühren

  1. Für das Zertifizierungsverfahren wird eine Gebühr erhoben. Die Höhe wird in der Finanzordnung geregelt.
  2. Die Zertifizierungsgebühren werden in zwei Stufen erhoben. Der erste Teil von 40 % fällt mit der Einreichung der ersten Unterlagen für die formale Prüfung an. Der zweite Teil von 60 % fällt mit der Mitteilung des Zertifizierungstermins an.
  3. Die Gebühr ist eine pauschale Aufwandsentschädigung und ist unabhängig vom Ausgang des Zertifizierungsverfahrens und vom tatsächlichen Aufwand fällig. Eine Rückerstattung (z.B. bei Nichtbestehen des Zertifizierungsverfahrens oder bei Rücknahme des Antrages durch den Antragsteller/die Antragstellerin) ist daher grundsätzlich ausgeschlossen.

§6 Ablauf des Zertifizierungsverfahrens

  1. Der Antrag auf Zertifizierung ist auf dem entsprechenden Formular an die Geschäftsstelle zu richten. Die für die jeweilige Zertifizierung erforderlichen Nachweise sind dem Antrag beizufügen und den einzelnen Anforderungskriterien eindeutig zuzuordnen.
  2. Die Geschäftsstelle prüft den Antrag und die beigefügten Nachweise auf Vollständigkeit. Der Antrag wird zur Bearbeitung an die Zertifizierungskommission weitergeleitet, sobald alle erforderlichen Nachweise vollständig vorliegen.
  3. Die Zertifizierungskommission prüft alle Nachweise und lädt, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind, den Antragsteller/die Antragstellerin zum Zertifizierungsgespräch, sowie gegebenenfalls zur Lehrprobe (für Lehrcoachs) ein.
  4. Die Beteiligung eines Kommissionsmitglieds an der Zertifizierung eines Antragstellers/einer Antragstellerin, der/die zu dem jeweiligen Kommissionsmitglied in einer engeren geschäftlichen oder privaten Beziehung oder einem Abhängigkeitsverhältnis steht, in der Vergangenheit stand oder in Zukunft zu stehen beabsichtigt, ist ausgeschlossen.

§7 Coachingkonzept

  1. Für die Zertifizierung als „Coach (DCV)“/„Seniorcoach (DCV)“/„Lehrcoach (DCV)“ ist vom Anragsteller/von der Antragstellerin ein Coachingkonzept vorzulegen. Die Zertifizierungskommission prüft, ob dieses Konzept die erforderliche Professionalität erkennen lässt und ob die dargestellte Arbeitsweise des Coachs den Ethikrichtlinien des DCV entspricht. Sie kann dabei die vom Antragsteller/von der Antragstellerin angegebenen Referenzkunden kontaktieren und sich von diesen die Richtigkeit der Angaben bestätigen lassen.

§8 Ausbildungskonzept

  1. Für die Zertifizierung einer Ausbildung ist vom Antragsteller/von der Antragstellerin ein Ausbildungskonzept vorzulegen. Die Zertifizierungskommission prüft, ob dieses Konzept unter inhaltlichen, methodischen und didaktischen Gesichtspunkten geeignet erscheint, die Teilnehmer/Teilnehmerinnen der Ausbildung angemessen auf eine berufliche Tätigkeit als Coach im Sinne dieser Zertifizierungsrichtlinie vorzubereiten. Sie kann dabei auch einen Einblick in Trainerleitfäden und Teilnehmerunterlagen fordern.

§ 9 Zertifizierungsgespräch

  1. Das Zertifizierungsgespräch führen mindestens zwei Mitglieder der Zertifizierungskommission, resp. des Zertifiziererpools mit dem Antragsteller/der Antragstellerin. Die maximale Anzahl aus dem Zertifiziererpool ist eins.
  2. Im Zertifizierungsgespräch wird die persönliche Eignung des Antragstellers/der Antragstellerin überprüft.#
  3. Inhalte und Ablauf des Gesprächs sowie der gesamten Zertifizierung werden durch das Kompetenzmodell des DCV festgelegt.
    1. Überprüft und thematisiert werden somit folgende Inhalte auf Basis der einzelnen Zertifizierungsstufen
      • Fachkompetenz (Relevantes Hintergrundwissen, Coachingwissen)
      • Beziehungskompetenz (Werteorientierte Interaktionsgestaltung, Konflikt- und Feedbackfähigkeit)
      • Prozesskompetenz (Prozessplanung, Prozessgestaltung)
      • Selbstkompetenz (Selbststeuerung, Persönlichkeitsentwicklung)
    2. Der Ablauf eines Zertifizierungsgesprächs ergibt sich nach dem Kompetenzmodell wie folgt:
      • Begrüßung, Vorstellung
      • Interview
      • Beratungspause der Kommission
      • Coachinggespräch mit einem Kommissionsmitglied
      • Beratungspause der Kommission
      • Feedback zum Coachinggespräch
      • Beratungspause der Kommission
      • Lehrprobe (nur bei Lehrcoach)
      • Beratungspause der Kommission
      • Feedback zur Lehrprobe (nur bei Lehrcoach)
      • Beratungspause der Kommission
      • Abschlussfeedback
      Dabei setzen die Prüfer/Prüferinnen die thematischen Schwerpunkte entsprechend der schriftlichen Unterlagen des Antragstellers/der Antragstellerin, der jeweiligen Zertifizierungsstufe und den Vorgaben des Kompetenzmodells fest. Bei der Zertifizierung als Coach (DCV), Seniorcoach (DCV) oder Lehrcoach (DCV) wird bei Antragstellern/Antragstellerinnen ohne explizite Coachingausbildung darüber hinaus besonders die Kompetenz zur Strukturierung von Prozessen überprüft. Desweiteren ist eine Coachingsequenz zwingend Bestandteil jedes Zertifizierungsgesprächs.
    3. Bei dem gesamten Zertifizierungsprozess wird neben dem Kompetenzmodell auch die Passung zur Ethikrichtlinie des DCV in den Blick genommen.
  4. Das Zertifizierungsgespräch hat eine Dauer von 2 Stunden 10 Minuten bis 3 Stunden 45 Minuten, je nach Zertifizierungsstufe. Für die Zertifizierung eines Instituts inklusive einer Ausbildung wird (zusätzlich) eine Stunde veranschlagt.
  5. Im Anschluss an das Gespräch entscheidet für die Zertifizierungsstufen „Coach (DCV)“ und „Seniorcoach“ (DCV) die Zertifizierungskommission auf Vorschlag der Prüfer/Prüferinnen, ob das Zertifizierungsverfahren als bestanden anzusehen ist. ist. Als Entscheidungsgrundlage dient das Kompetenzmodell, in Zweifelsfällen besteht ein Ermessensspielraum.
  6. Das Ergebnis des Zertifizierungsgesprächs und die Empfehlung der Prüfer/Prüferinnen wer-den schriftlich dokumentiert.
  7. Erfolgt eine Zertifizierung zum „Seniorcoach (DCV)“ oder „Lehrcoach (DCV)“ mehr als zwei Jahre nach der Zertifizierung zum „Coach (DCV)“, kann die Zertifizierungskommission ein erneutes Zertifizierungsgespräch führen.
  8. Das Zertifizierungsgespräch eines Ausbildungsinstituts führt die Zertifizierungskommission mit dem für diesen Geschäftsbereich verantwortlichen Geschäftsführer/Inhaberin. Bei einer Ausbildungszertifizierung ist zusätzlich dazu noch der/die für die Ausbildung verantwortliche Lehrcoach anwesend.

§ 10 Lehrprobe

  1. Die Lehrprobe für die Zertifizierung als „Lehrcoach (DCV)“ wird von mindestens zwei Mitgliedern der von der Mitgliederversammlung gewählten Zertifizierungskommission abgenommen.
  2. Gegenstand der Lehrprobe ist die pädagogische und didaktische Qualifikation des Antrag-stellers/der Antragstellerin. Der Antragsteller/die Antragstellerin kann hierzu ein Thema eigener Wahl aus einem coachingrelevanten Bereich vorstellen.
  3. Die Lehrprobe hat eine Dauer von 20 Minuten.
  4. Im Anschluss an die Lehrprobe entscheidet für die Zertifizierungsstufe „Lehrcoach (DCV)“ die Zertifizierungskommission auf Vorschlag der Prüfer/Prüferinnen, ob das Zertifizierungsverfahren als bestanden anzusehen ist. Dabei besteht in Zweifelsfällen ein Ermessensspielraum.
  5. Das Ergebnis des Zertifizierungsgespräches und die Empfehlung der Prüfer/Prüferinnen werden schriftlich dokumentiert.

§ 11 Abschluss des Zertifizierungsverfahrens

  1. Wenn vom Antragsteller/von der Antragstellerin alle Voraussetzungen für die Zertifizierung erfüllt sind und ggf. das Zertifizierungsgespräch und die Lehrprobe als bestanden anzusehen sind, erfolgt die Zertifizierung.
  2. Über die erfolgte Zertifizierung wird dem Antragsteller/der Antragstellerin eine Urkunde ausgestellt. Diese bleibt Eigentum des Deutschen Coaching Verbandes e. V. (DCV) und ist bei Aberkennung der Zertifizierung oder bei Ausscheiden aus dem Verband unaufgefordert an die Geschäftsstelle zurück zu geben.

§ 12 Gültigkeit der Zertifizierung

  1. Die Zertifizierung ist grundsätzlich an die Mitgliedschaft im Deutschen Coaching Verband e. V. (DCV) gebunden.
  2. Endet die Mitgliedschaft im Verband, egal aus welchem Grund, so wird damit automatisch das Zertifikat ungültig und das Recht zur Führung der durch die Zertifizierung erworbenen Titel erlischt.
  3. Die Gültigkeit der Zertifizierung ist an die Erfüllung der Supervisions- und Fortbildungspflicht gebunden. Kommt ein Mitglied dieser Verpflichtung nicht fristgemäß nach, so ruht bis zur vollständigen Erfüllung der Auflagen das Zertifikat und der Titel darf nicht geführt werden. Das zertifizierte Mitglied hat unaufgefordert entsprechend der Regelungen in den Anhängen 2, 3 und 4 alle zwei Jahre die Nachweise der Geschäftsstelle vorzulegen. Die Weiterbildungspflicht gilt als erfüllt, wenn das zertifizierte Mitglied in ein DCV-Amt gewählt ist, welches eine regelmäßige, vertiefte Beschäftigung mit Coaching nach sich zieht (generell Vorstand, Zertifizierungskommission und auf Antrag).
  4. Bei Verstößen gegen die Ethikrichtlinie des Verbandes kann das Zertifikat und das Recht zur Führung des Titels vorübergehend oder endgültig aberkannt und die Wiedererlangung von Auflagen abhängig gemacht werden.

§ 13 Dokumentation und Datenschutz

  1. Das gesamte Zertifizierungsverfahren findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. 2. Über alle Entscheidungen der Zertifizierungskommission sowie über die Zertifizierungsgespräche und Lehrproben werden Ergebnisprotokolle angefertigt. Diese sind grundsätzlich nur für die jeweils amtierenden Mitglieder der Zertifizierungskommission und den Vorstand zugänglich.
  2. Sämtliche Daten, die für die Durchführung des Verfahrens erhoben wurden, dürfen nicht veröffentlicht werden.
  3. Während des gesamten Verfahrens finden die gesetzlichen Vorschriften des Datenschutzes sowie die verbandsinterne Datenschutzrichtlinie Anwendung.

Anhang 1: Ablauf des Zertifizierungsverfahrens

Anhang 1 Zertifizierung

Anhang 2: Zulassungsvoraussetzungen für die Zertifizierung als Coach (DCV)

Für die Zertifizierung als Coach (DCV) sind nachzuweisen:
  • Allgemein
    • Lebenslauf mit aktuellem Lichtbild
    • Erklärung, dass sich der Coach nach der Zertifizierung regelmäßig weiterbilden oder an Supervisionsgruppen teilnehmen wird und dieses alle 2 Jahre nachweisen wird (siehe unten)
  • Grundausbildung
    • Hochschulabschluss UND 5 Jahre Lehrtätigkeit oder einschlägige Berufserfahrung in der Arbeit mit Menschen und Organisationen ODER
    • Anerkannter Berufsabschluss UND 8 Jahre Lehrtätigkeit oder einschlägige Berufserfahrung in der Arbeit mit Menschen und Organisationen
  • Coachingaus- und weiterbildung
    • Ausbildung zum Coach im Umfang von mindestens 200 Präsenzstunden (Zeitstunden inkl. Supervision und Übungsgruppen, ohne Selbststudium) ODER
    • Ausbildung in mindestens 3 relevanten Methoden im Umfang von insgesamt mindestens 300 Präsenzstunden (Zeitstunden inkl. Supervision und Übungsgruppen, ohne Selbststudium)
  • Psychopathologisches Hintergrundwissen
    • Nachgewiesenes Wissen über Störungen aus dem klinisch-psychologischen Bereich. Wenn diese nicht über Studium oder HP-Schein belegt werden, dann sind diese mit mindestens 12 Präsenzstunden während der Ausbildung zum Coach oder einem Spezialseminar zu diesem Thema nachzuweisen.
  • Selbsterfahrungsprozess
    • Ein mindestens 50 Zeitstunden umfassender professioneller Selbsterfahrungsprozess in Form von z.B. Coaching oder Psychotherapie bei einem Coach (DCV) oder einer vergleichbar qualifizierten Person. Davon dürfen maximal 30 Zeitstunden in Gruppenprozessen absolviert worden sein
  • Fallbeispiel
    • Schriftliche Darstellung eines Coachingfalles im Umfang von mindestens drei Sitzungen im Umfang von maximal fünf Seiten
  • Konzept
    • Schriftliches Coachingkonzept, in dem er/sie darlegt, wie er/sie zielorientiert vorgeht, mit welcher Grundhaltung und welchen Methoden er/sie arbeitet und wie er/sie die Evaluierung und Qualitätssicherung seiner/ihrer Arbeit sicherstellt. Darüber hinaus muss das Konzept eine Selbsteinschätzung der eigenen Person als Coach sowie eine Reflexion der eigenen Grenzen enthalten. Das Coachingkonzept soll einen Gesamtumfang von ca. 5 bis 10 Din A4- Seiten haben.
Um die Zertifizierung zu erhalten, erbringt der Coach darüber hinaus alle 2 Jahre unaufgefordert den Nachweis über 40 Zeitstunden Weiterbildung oder Supervision. Auf Antrag können über diese Mindeststundenzahl hinaus gehende Stunden auf den jeweils nächsten Gültigkeitszeitraum übertragen werden.

Anhang 3: Zulassungsvoraussetzungen für die Zertifizierung als Seniorcoach (DCV)

Die Zertifizierung zum Seniorcoach beinhaltet die Zertifizierung zum Coach. Alle Kriterien, die für den Coach gelten, sind daher ebenfalls zu erfüllen. Darüber hinaus sind folgende Zulassungsvoraussetzungen nachzuweisen:
  • Berufserfahrung
    • Mindestens 8 Jahre regelmäßige Berufserfahrung als Coach
  • Coachingaus- und weiterbildung
    • Ergänzende Methodenausbildungen im Umfang von mindestens 200 Zeitstunden (inkl. Supervision und Übungsgruppen, ohne Selbststudium)
  • Eigene Supervision
    • Regelmäßige, selbst erfahrene Supervision seit Beginn der Tätigkeit als Coach im Umfang von mindestens 100 Zeitstunden
Um die Zertifizierung zu erhalten, erbringt der Seniorcoach darüber hinaus alle 2 Jahre unaufgefordert den Nachweis über 20 Zeitstunden Weiterbildung oder Supervision. Auf Antrag können über diese Mindeststundenzahl hinaus gehende Stunden auf den jeweils nächsten Gültigkeitszeitraum übertragen werden.

Anhang 4: Zulassungsvoraussetzungen für die Zertifizierung als Lehrcoach (DCV)

Die Zertifizierung zum Lehrcoach beinhaltet die Zertifizierung zum Seniorcoach. Alle Kriterien, die für den Seniorcoach gelten, sind ebenfalls zu erfüllen. Darüber hinaus sind folgende Zulassungsvoraussetzungen nachzuweisen:
  • Pädagogische Kompetenz
    • Qualifizierte Trainerausbildung oder Studium der Pädagogik in Verbindung mit praktischer Erfahrung als Trainer/Trainerin im psychologisch-pädagogischen Bereich ODER
    • Studium der Pädagogik in Verbindung mit praktischer Erfahrung als Trainer/Trainerin im psychologisch-pädagogischen Bereich ODER
    • Mindestens 5 Jahre Berufserfahrung als Trainer/Trainerin im psychologisch-pädagogischen Bereich
Um die Zertifizierung zu erhalten, erbringt der Lehrcoach darüber hinaus alle 2 Jahre unaufgefordert den Nachweis über 20 Zeitstunden Weiterbildung oder Supervision. Auf Antrag können über diese Mindeststundenzahl hinaus gehende Stunden auf den jeweils nächsten Gültigkeitszeitraum übertragen werden.

Anhang 5: Zulassungsvoraussetzungen für die Zertifizierung als Coachingausbildungsinstitut (DCV)

Für die Zertifizierung als Ausbildungsinstitut sind folgende Zulassungsvoraussetzungen nachzuweisen:
  • Es besteht eine Mitgliedschaft im Deutschen Coachingverband
  • Mindestens eine DCV-zertifizierte Ausbildung wird angeboten
  • Der Ausbildungsvertrag ist transparent und fair gestaltet
  • Der Anbieter orientiert sich – auch was das sonstige Angebot betrifft - im allgemeinen Geschäftsgebahren an der Ethikrichtlinie des DCV und am Prinzip des „ehrbaren Kaufmanns“
  • Die Qualität der Ausbildung wird kontinuierlich evaluiert
  • Werbung und Marketing sind aufrichtig und bieten Transparenz über Inhalte, Qualifikationen der Lehrcoachs und Konditionen
  • Es werden klare Kriterien für die Auswahl der Teilnehmer/Teilnehmerinnen angewendet
  • Für die Ausbildung sind geeignete Räumlichkeiten vorhanden
Der Antragsteller/die Antragstellerin fügt dem Antrag auf Zertifizierung als Ausbildungsinstitut aussagekräftige Unterlagen bei, die nachvollziehbar erkennen lassen, dass die o.g. Anforderungen erfüllt sind. Ferner verpflichtet sich der Antragsteller/die Antragstellerin mit der Zertifizierung, bei Bedarf gegenüber der Zertifizierungskommission Strukturen und Prozesse im Zusammenhang mit der Ausbildung transparent zu machen. Um die Zertifizierung zu erhalten, zeigen die Ausbildungsinstitute alle Änderungen an ihrer Ausbildung (Umfang, Inhalte, Lehrcoachs etc.) unaufgefordert an, sobald hierfür die Ausschreibung erfolgt. Weiterhin sind die Ausbildungsinstitute, in 4 Jahren mindestens 2 x an den jährlich im Rahmen der Mitgliederversammlung stattfindenden Treffen der Ausbildungsinstitute teilzunehmen. Hierzu entsenden diese einen Lehrcoach oder den Geschäftsführer des Ausbildungsinstituts.

Anhang 6: Zulassungsvoraussetzungen für die Zertifizierung einer Coachingausbildung (DCV)

Für die Zertifizierung einer Coachingausbildung sind aussagekräftige Unterlagen vorzulegen, aus denen hervorgeht, dass die unten benannten Kriterien erfüllt sind: Folgende Unterlagen sind mindestens vorzulegen:
  • Ausbildungskonzept
  • Ablaufplan/Trainereinsatzplan
  • Offizielle Ausschreibung der Ausbildung (Informationsmaterial)
  • Offizielles Abschlusszertifikat der Ausbildung als Muster
  • Erklärung, wer der verantwortliche Lehrcoach (DCV) ist, der die Ausbildung leitet
  • Erklärung, dass das Ausbildungskonzept geistiges Eigentum des Antragstellers/der Antragstellerin ist
Folgende Kriterien sind zu erfüllen:
  • Verbandsmitgliedschaft
    • Der Rechtsträger der Ausbildung ist Mitglied im DCV und als Ausbildungsinstitut (DCV) zertifiziert
  • Ethik
    • Die Ausbildung orientiert sich an der Ethikrichtlinie des DCV
  • Umfang
    • Der Gesamtumfang der Ausbildung beträgt mindestens 200 Zeitstunden, davon:
    • Mindestens 120 Zeitstunden Präsenzveranstaltungen, die von einem Lehrcoach (DCV) geleitet werden
    • Höchstens 40 Zeitstunden Präsenzveranstaltungen, die von anderen, qualifizierten Ausbildern/Ausbilderinnen geleitet werden
    • Höchstens 40 Zeitstunden selbstorganisierte Übungsgruppen unter der Supervision eines Lehrcoachs (DCV)
  • Praxisrelevanz
    • Die Teilnehmer/Teilnehmerinnen erleben selbst Coaching in der Praxis: sowohl als Coach, als Klient/Klientin und auch als Beobachter/Beobachterin. Der Praxisanteil muss insgesamt bei mindestens 100 Zeitstunden liegen
  • Dauer
    • Die Präsenzveranstaltungen erstrecken sich über mindestens 6 Monate
    • Sie sind auf mindestens 20 Tage verteilt
    • Es werden nicht mehr als 8 Zeitstunden Präsenzveranstaltungen pro Tag anerkannt
  • Ausbilder
    • Es sind mindestens 2 Lehrcoachs in der Ausbildung eingesetzt
  • Inhalte
    • Die Ausbildung umfasst mindestens folgende Punkte:
    • Grundlagen von Coaching
    • Ethik im Coaching
    • Rollen und Beziehungen im Coaching
    • Ablauf und Phasen des Coaching-Prozesses
    • Auftragsklärung und Kontraktgestaltung
    • Diagnostik
    • Intervention
    • Umgang mit Übertragungsphänomenen
    • Evaluation und Qualitätssicherung
  • Methoden
    • Mindestens 3 vom DCV anerkannte Methoden werden vermittelt
  • Abschluss
    • Die Ausbildung endet mit einem Video-, Audio-, oder Live-Testing und abschließendem Feedback durch den verantwortlichen Lehrcoach (DCV)
Die Zertifizierung einer Ausbildung gilt immer nur für das eingereichte Ausbildungskonzept. Alle zwei Jahre sowie bei nachträglichen Änderungen am Konzept oder dem Lehrcoacheinsatz müssen der Zertifizierungskommission die relevanten Unterlagen unaufgefordert erneut vorgelegt werden, um die Zertifizierung zu erhalten. Dabei sind alle Änderungen deutlich erkennbar hervorzuheben. HINWEIS: Die Zertifizierung erstreckt sich ausschließlich auf die Ausbildung selbst. Die Absolventen/Absolventinnen der Ausbildung sind nicht automatisch als Coach (DCV) zertifiziert.

Anhang 7: Anerkannte Coachingmethoden

Eine Reihe von psychologischen Methoden wird vom DCV pauschal als Coachingmethode im Sinne der Zertifizierungsordnung anerkannt, z. B. im Rahmen einer Coachingausbildung.
  • Kognitive Verhaltenstherapie
  • Rational-Emotive Therapie (nach A. Ellis)
  • Transaktionsanalyse (nach E. Berne)
  • Gestalttherapie/-beratung (nach F. Perls)
  • Gesprächstherapie/-beratung (nach C. Rogers)
  • Neurolinguistisches Programmieren (NLP)
  • Systemische Aufstellungen ( nach M. Varga von Kibéd/Insa Sparrer)
  • Lösungsorientierte Therapie/Beratung (nach S. DeShazer)
  • Systemische Therapie/Beratung
  • Hypnotherapie (nach M. Erickson)
  • Psychodrama (nach J. Moreno)
  • Provokative Therapie/Beratung (nach F. Farelly)
  • Logotherapie (nach V. Frankl)
  • EMDR / Wingwave
Ausbildungen in diesen Methoden werden – unter Beachtung der Zulassungsvoraussetzungen – außerdem als Äquivalent einer Coachingausbildung anerkannt. Darüber hinaus können andere als die genannten Methoden im Rahmen des Zertifizierungsverfahrens auf dem Wege der Einzelfallprüfung anerkannt werden.

Zertifizierungsordnung

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§1 Ziel

  1. Die Zertifizierung im Deutschen Coaching Verband
    e. V.
    (DCV) erfolgt gemäß dieser Zertifizierungsordnung und
    dient dem Nachweis der professionellen Kompetenz.
  2. Durch das Zertifizierungsverfahren wird
    festgestellt, ob die erforderlichen Qualifikationen und
    Voraussetzungen auf Seiten des Antragstellers/der
    Antragstellerin vorhanden sind.

§2 Aufgaben der Zertifizierungskommission

  1. Zuständig für die Durchführung des
    Zertifizierungsverfahrens ist die
    Zertifizierungskommission des Deutschen Coaching
    Verbandes e. V. (DCV) gemäß der Satzung
    des Verbandes.
  2. Es gelten die in der Satzung dargestellten
    Vorschriften für die Arbeit der
    Zertifizierungskommission.

§3 Zertifizierungsstufen

  1. Für Coachs werden folgende Zertifizierungsstufen
    unterschieden:

    1. „Coach (DCV)“
    2. „Seniorcoach (DCV)“
  2. Für ausbildende Coachs erfolgt zusätzlich die
    Zertifizierung als „Lehrcoach (DCV)“.
  3. Für Ausbildungsinstitute für Coachs lautet die
    Zertifizierung „Ausbildungsinstitut (DCV)“
  4. Für Coachingausbildungen lautet die Zertifizierung
    auf „Coachingausbildung (DCV)“.

§4 Voraussetzungen der Zertifizierung

  1. Voraussetzung für die Zertifizierung ist in jedem
    Fall die Mitgliedschaft des Antragstellers/der
    Antragstellerin im Deutschen Coaching Verband
    e. V.

    (DCV). Der Antrag auf Zertifizierung muss in
    eigener Sache gestellt werden.
  2. Für die Zulassung zur Zertifizierung als Coach,
    Seniorcoach oder Lehrcoach sowie für die Zertifizierung
    eines Ausbildungsinstitutes oder einer Ausbildung sind
    bestimmt formale Voraussetzungen zu erfüllen, die im
    Anhang (Abschnitt 2 – 6) entsprechend dargelegt sind.

§5 Gebühren

  1. Für das Zertifizierungsverfahren wird eine Gebühr
    erhoben. Die Höhe wird in der Finanzordnung geregelt.
  2. Die Zertifizierungsgebühren werden in zwei Stufen
    erhoben. Der erste Teil von 40 % fällt mit der
    Einreichung der ersten Unterlagen für die formale
    Prüfung an. Der zweite Teil von 60 % fällt mit der
    Mitteilung des Zertifizierungstermins an.
  3. Die Gebühr ist eine pauschale Aufwandsentschädigung
    und ist unabhängig vom Ausgang des
    Zertifizierungsverfahrens und vom tatsächlichen Aufwand
    fällig. Eine Rückerstattung (z.B. bei Nichtbestehen des
    Zertifizierungsverfahrens oder bei Rücknahme des
    Antrages durch den Antragsteller/die Antragstellerin)
    ist daher grundsätzlich ausgeschlossen.

§6 Ablauf des Zertifizierungsverfahrens

  1. Der Antrag auf Zertifizierung ist auf dem
    entsprechenden Formular an die Geschäftsstelle zu
    richten. Die für die jeweilige Zertifizierung
    erforderlichen Nachweise sind dem Antrag beizufügen und
    den einzelnen Anforderungskriterien eindeutig
    zuzuordnen.
  2. Die Geschäftsstelle prüft den Antrag und die
    beigefügten Nachweise auf Vollständigkeit. Der Antrag
    wird zur Bearbeitung an die Zertifizierungskommission
    weitergeleitet, sobald alle erforderlichen Nachweise
    vollständig vorliegen.
  3. Die Zertifizierungskommission prüft alle Nachweise
    und lädt, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind, den
    Antragsteller/die Antragstellerin zum
    Zertifizierungsgespräch, sowie gegebenenfalls zur
    Lehrprobe (für Lehrcoachs) ein.
  4. Die Beteiligung eines Kommissionsmitglieds an der
    Zertifizierung eines Antragstellers/einer
    Antragstellerin, der/die zu dem jeweiligen
    Kommissionsmitglied in einer engeren geschäftlichen
    oder privaten Beziehung oder einem
    Abhängigkeitsverhältnis steht, in der Vergangenheit
    stand oder in Zukunft zu stehen beabsichtigt, ist
    ausgeschlossen.

§7 Coachingkonzept

  1. Für die Zertifizierung als „Coach
    (DCV)“/„Seniorcoach (DCV)“/„Lehrcoach (DCV)“ ist vom
    Anragsteller/von der Antragstellerin ein
    Coachingkonzept vorzulegen. Die
    Zertifizierungskommission prüft, ob dieses Konzept die
    erforderliche Professionalität erkennen lässt und ob
    die dargestellte Arbeitsweise des Coachs den
    Ethikrichtlinien des DCV entspricht. Sie kann dabei die
    vom Antragsteller/von der Antragstellerin angegebenen
    Referenzkunden kontaktieren und sich von diesen die
    Richtigkeit der Angaben bestätigen lassen.

§8 Ausbildungskonzept

  1. Für die Zertifizierung einer Ausbildung ist vom
    Antragsteller/von der Antragstellerin ein
    Ausbildungskonzept vorzulegen. Die
    Zertifizierungskommission prüft, ob dieses Konzept
    unter inhaltlichen, methodischen und didaktischen
    Gesichtspunkten geeignet erscheint, die
    Teilnehmer/Teilnehmerinnen der Ausbildung angemessen
    auf eine berufliche Tätigkeit als Coach im Sinne dieser
    Zertifizierungsrichtlinie vorzubereiten. Sie kann dabei
    auch einen Einblick in Trainerleitfäden und
    Teilnehmerunterlagen fordern.

§ 9
Zertifizierungsgespräch

    1. Das
      Zertifizierungsgespräch führen mindestens
      zwei Mitglieder der
      Zertifizierungskommission, resp. des
      Zertifiziererpools mit dem
      Antragsteller/der Antragstellerin. Die
      maximale Anzahl aus dem Zertifiziererpool
      ist eins.
    2. Im Zertifizierungsgespräch wird
      die persönliche Eignung des Antragstellers/der
      Antragstellerin überprüft.#
    3. Inhalte und Ablauf des Gesprächs
      sowie der gesamten Zertifizierung werden durch
      das Kompetenzmodell des DCV festgelegt.

      1. Überprüft und
        thematisiert werden somit folgende
        Inhalte auf Basis der einzelnen
        Zertifizierungsstufen

        • Fachkompetenz
          (Relevantes
          Hintergrundwissen,
          Coachingwissen)
        • Beziehungskompetenz
          (Werteorientierte
          Interaktionsgestaltung,
          Konflikt- und
          Feedbackfähigkeit)
        • Prozesskompetenz
          (Prozessplanung,
          Prozessgestaltung)
        • Selbstkompetenz
          (Selbststeuerung,
          Persönlichkeitsentwicklung)
      2. Der Ablauf eines
        Zertifizierungsgesprächs ergibt sich
        nach dem Kompetenzmodell wie folgt:

        • Begrüßung,
          Vorstellung
        • Interview
        • Beratungspause der
          Kommission
        • Coachinggespräch mit
          einem
          Kommissionsmitglied
        • Beratungspause der
          Kommission
        • Feedback
          zum Coachinggespräch
        • Beratungspause der
          Kommission
        • Lehrprobe
          (nur bei Lehrcoach)
        • Beratungspause der
          Kommission
        • Feedback
          zur Lehrprobe (nur bei
          Lehrcoach)
        • Beratungspause der
          Kommission
        • Abschlussfeedback
        • Dabei setzen die
          Prüfer/Prüferinnen die
          thematischen Schwerpunkte
          entsprechend der schriftlichen
          Unterlagen des
          Antragstellers/der
          Antragstellerin, der jeweiligen
          Zertifizierungsstufe und den
          Vorgaben des Kompetenzmodells
          fest. Bei der Zertifizierung
          als Coach (DCV), Seniorcoach
          (DCV) oder Lehrcoach (DCV) wird
          bei
          Antragstellern/Antragstellerinnen
          ohne explizite
          Coachingausbildung darüber
          hinaus besonders die Kompetenz
          zur Strukturierung von
          Prozessen überprüft.
          Desweiteren ist eine
          Coachingsequenz zwingend
          Bestandteil jedes
          Zertifizierungsgesprächs.
        • Bei dem
          gesamten
          Zertifizierungsprozess wird
          neben dem Kompetenzmodell
          auch die Passung zur
          Ethikrichtlinie des DCV in
          den Blick genommen.

4. Das Zertifizierungsgespräch hat
eine Dauer von 2 Stunden 10 Minuten bis 3 Stunden 45
Minuten, je nach Zertifizierungsstufe. Für die
Zertifizierung eines Instituts inklusive einer
Ausbildung wird (zusätzlich) eine Stunde
veranschlagt.

5. Im Anschluss an das Gespräch
entscheidet für die Zertifizierungsstufen „Coach (DCV)“
und „Seniorcoach“ (DCV) die Zertifizierungskommission
auf Vorschlag der Prüfer/Prüferinnen, ob das
Zertifizierungsverfahren als bestanden anzusehen ist.
ist. Als Entscheidungsgrundlage dient das
Kompetenzmodell, in Zweifelsfällen besteht ein
Ermessensspielraum.

6. Das Ergebnis des
Zertifizierungsgesprächs und die Empfehlung der
Prüfer/Prüferinnen wer-den schriftlich
dokumentiert.

7. Erfolgt eine Zertifizierung zum
„Seniorcoach (DCV)“ oder „Lehrcoach (DCV)“ mehr als
zwei Jahre nach der Zertifizierung zum „Coach (DCV)“,
kann die Zertifizierungskommission ein erneutes
Zertifizierungsgespräch führen.

8. Das Zertifizierungsgespräch eines
Ausbildungsinstituts führt die
Zertifizierungskommission mit dem für diesen
Geschäftsbereich verantwortlichen
Geschäftsführer/Inhaberin. Bei einer
Ausbildungszertifizierung ist zusätzlich dazu noch
der/die für die Ausbildung verantwortliche Lehrcoach
anwesend.

§ 10 Lehrprobe

1. Die Lehrprobe für die
Zertifizierung als „Lehrcoach (DCV)“ wird von
mindestens zwei Mitgliedern der von der
Mitgliederversammlung gewählten
Zertifizierungskommission abgenommen.

2. Gegenstand der Lehrprobe ist die
pädagogische und didaktische Qualifikation des
Antrag-stellers/der Antragstellerin. Der
Antragsteller/die Antragstellerin kann hierzu ein Thema
eigener Wahl aus einem coachingrelevanten Bereich
vorstellen.

3. Die Lehrprobe hat eine Dauer von 20
Minuten.

4. Im Anschluss an die Lehrprobe
entscheidet für die Zertifizierungsstufe „Lehrcoach
(DCV)“ die Zertifizierungskommission auf Vorschlag der
Prüfer/Prüferinnen, ob das Zertifizierungsverfahren als
bestanden anzusehen ist. Dabei besteht in
Zweifelsfällen ein Ermessensspielraum.

5. Das Ergebnis des
Zertifizierungsgespräches und die Empfehlung der
Prüfer/Prüferinnen werden schriftlich
dokumentiert.

§ 11 Abschluss des Zertifizierungsverfahrens

  1. Wenn vom Antragsteller/von der Antragstellerin alle
    Voraussetzungen für die Zertifizierung erfüllt sind und
    ggf. das Zertifizierungsgespräch und die Lehrprobe als
    bestanden anzusehen sind, erfolgt die Zertifizierung.
  2. Über die erfolgte Zertifizierung wird dem
    Antragsteller/der Antragstellerin eine Urkunde
    ausgestellt. Diese bleibt Eigentum des Deutschen
    Coaching Verbandes e. V. (DCV) und ist bei
    Aberkennung der Zertifizierung oder bei Ausscheiden aus
    dem Verband unaufgefordert an die Geschäftsstelle
    zurück zu geben.

§ 12 Gültigkeit der Zertifizierung

  1. Die Zertifizierung ist grundsätzlich an die
    Mitgliedschaft im Deutschen Coaching Verband
    e. V.
    (DCV) gebunden.
  2. Endet die Mitgliedschaft im Verband, egal aus
    welchem Grund, so wird damit automatisch das Zertifikat
    ungültig und das Recht zur Führung der durch die
    Zertifizierung erworbenen Titel erlischt.
  3. Die Gültigkeit der Zertifizierung ist an die
    Erfüllung der Supervisions- und Fortbildungspflicht
    gebunden. Kommt ein Mitglied dieser Verpflichtung nicht
    fristgemäß nach, so ruht bis zur vollständigen
    Erfüllung der Auflagen das Zertifikat und der Titel
    darf nicht geführt werden. Das zertifizierte Mitglied
    hat unaufgefordert entsprechend der Regelungen in den
    Anhängen 2, 3 und 4 alle zwei Jahre die Nachweise der
    Geschäftsstelle vorzulegen. Die Weiterbildungspflicht
    gilt als erfüllt, wenn das zertifizierte Mitglied in
    ein DCV-Amt gewählt ist, welches eine regelmäßige,
    vertiefte Beschäftigung mit Coaching nach sich zieht
    (generell Vorstand, Zertifizierungskommission und auf
    Antrag).
  4. Bei Verstößen gegen die Ethikrichtlinie des
    Verbandes kann das Zertifikat und das Recht zur Führung
    des Titels vorübergehend oder endgültig aberkannt und
    die Wiedererlangung von Auflagen abhängig gemacht
    werden.

§ 13 Dokumentation und Datenschutz

  1. Das gesamte Zertifizierungsverfahren findet unter
    Ausschluss der Öffentlichkeit statt. 2. Über alle
    Entscheidungen der Zertifizierungskommission sowie über
    die Zertifizierungsgespräche und Lehrproben werden
    Ergebnisprotokolle angefertigt. Diese sind
    grundsätzlich nur für die jeweils amtierenden
    Mitglieder der Zertifizierungskommission und den
    Vorstand zugänglich.
  2. Sämtliche Daten, die für die Durchführung des
    Verfahrens erhoben wurden, dürfen nicht veröffentlicht
    werden.
  3. Während des gesamten Verfahrens finden die
    gesetzlichen Vorschriften des Datenschutzes sowie die
    verbandsinterne Datenschutzrichtlinie Anwendung.

Anhang 1: Ablauf des Zertifizierungsverfahrens

Anhang 1 Zertifizierung

Anhang 2: Zulassungsvoraussetzungen für die
Zertifizierung als Coach (DCV)

Für die Zertifizierung als Coach (DCV) sind
nachzuweisen:

  • Allgemein
    • Lebenslauf mit aktuellem Lichtbild
    • Erklärung, dass sich der Coach nach der
      Zertifizierung regelmäßig weiterbilden oder an
      Supervisionsgruppen teilnehmen wird und dieses
      alle 2 Jahre nachweisen wird (siehe unten)
  • Grundausbildung
    • Hochschulabschluss UND 5 Jahre
      Lehrtätigkeit oder einschlägige Berufserfahrung
      in der Arbeit mit Menschen und Organisationen
      ODER
    • Anerkannter Berufsabschluss UND 8 Jahre
      Lehrtätigkeit oder einschlägige Berufserfahrung
      in der Arbeit mit Menschen und Organisationen
  • Coachingaus- und weiterbildung
    • Ausbildung zum Coach im Umfang von
      mindestens 200 Präsenzstunden (Zeitstunden
      inkl. Supervision und Übungsgruppen, ohne
      Selbststudium) ODER
    • Ausbildung in mindestens 3 relevanten
      Methoden im Umfang von insgesamt mindestens 300
      Präsenzstunden (Zeitstunden inkl. Supervision
      und Übungsgruppen, ohne Selbststudium)
  • Psychopathologisches Hintergrundwissen
    • Nachgewiesenes Wissen über Störungen aus
      dem klinisch-psychologischen Bereich. Wenn
      diese nicht über Studium oder HP-Schein belegt
      werden, dann sind diese mit mindestens 12
      Präsenzstunden während der Ausbildung zum Coach
      oder einem Spezialseminar zu diesem Thema
      nachzuweisen.
  • Selbsterfahrungsprozess
    • Ein mindestens 50 Zeitstunden umfassender
      professioneller Selbsterfahrungsprozess in Form
      von z.B. Coaching oder Psychotherapie bei einem
      Coach (DCV) oder einer vergleichbar
      qualifizierten Person. Davon dürfen maximal 30
      Zeitstunden in Gruppenprozessen absolviert
      worden sein
  • Fallbeispiel
    • Schriftliche Darstellung eines
      Coachingfalles im Umfang von mindestens drei
      Sitzungen im Umfang von maximal fünf Seiten
  • Konzept
    • Schriftliches Coachingkonzept, in dem
      er/sie darlegt, wie er/sie zielorientiert
      vorgeht, mit welcher Grundhaltung und welchen
      Methoden er/sie arbeitet und wie er/sie die
      Evaluierung und Qualitätssicherung seiner/ihrer
      Arbeit sicherstellt. Darüber hinaus muss das
      Konzept eine Selbsteinschätzung der eigenen
      Person als Coach sowie eine Reflexion der
      eigenen Grenzen enthalten. Das Coachingkonzept
      soll einen Gesamtumfang von ca. 5 bis 10 Din
      A4- Seiten haben.

Um die Zertifizierung zu erhalten, erbringt der Coach
darüber hinaus alle 2 Jahre unaufgefordert den Nachweis
über 40 Zeitstunden Weiterbildung oder Supervision. Auf
Antrag können über diese Mindeststundenzahl hinaus gehende
Stunden auf den jeweils nächsten Gültigkeitszeitraum
übertragen werden.

Anhang 3: Zulassungsvoraussetzungen für die
Zertifizierung als Seniorcoach (DCV)

Die Zertifizierung zum Seniorcoach beinhaltet die
Zertifizierung zum Coach. Alle Kriterien, die für den Coach
gelten, sind daher ebenfalls zu erfüllen. Darüber hinaus
sind folgende Zulassungsvoraussetzungen nachzuweisen:

  • Berufserfahrung
    • Mindestens 8 Jahre regelmäßige
      Berufserfahrung als Coach
  • Coachingaus- und weiterbildung
    • Ergänzende Methodenausbildungen im Umfang
      von mindestens 200 Zeitstunden (inkl.
      Supervision und Übungsgruppen, ohne
      Selbststudium)
  • Eigene Supervision
    • Regelmäßige, selbst erfahrene Supervision
      seit Beginn der Tätigkeit als Coach im Umfang
      von mindestens 100 Zeitstunden

Um die Zertifizierung zu erhalten, erbringt der
Seniorcoach darüber hinaus alle 2 Jahre unaufgefordert den
Nachweis über 20 Zeitstunden Weiterbildung oder
Supervision. Auf Antrag können über diese
Mindeststundenzahl hinaus gehende Stunden auf den jeweils
nächsten Gültigkeitszeitraum übertragen werden.

Anhang 4: Zulassungsvoraussetzungen für die
Zertifizierung als Lehrcoach (DCV)

Die Zertifizierung zum Lehrcoach beinhaltet die
Zertifizierung zum Seniorcoach. Alle Kriterien, die für den
Seniorcoach gelten, sind ebenfalls zu erfüllen. Darüber
hinaus sind folgende Zulassungsvoraussetzungen
nachzuweisen:

  • Pädagogische Kompetenz
    • Qualifizierte Trainerausbildung oder
      Studium der Pädagogik in Verbindung mit
      praktischer Erfahrung als Trainer/Trainerin im
      psychologisch-pädagogischen Bereich ODER
    • Studium der Pädagogik in Verbindung mit
      praktischer Erfahrung als Trainer/Trainerin im
      psychologisch-pädagogischen Bereich ODER
    • Mindestens 5 Jahre Berufserfahrung als
      Trainer/Trainerin im
      psychologisch-pädagogischen Bereich

Um die Zertifizierung zu erhalten, erbringt der
Lehrcoach darüber hinaus alle 2 Jahre unaufgefordert den
Nachweis über 20 Zeitstunden Weiterbildung oder
Supervision. Auf Antrag können über diese
Mindeststundenzahl hinaus gehende Stunden auf den jeweils
nächsten Gültigkeitszeitraum übertragen werden.

Anhang 5: Zulassungsvoraussetzungen für die
Zertifizierung als Coachingausbildungsinstitut (DCV)

Für die Zertifizierung als Ausbildungsinstitut sind
folgende Zulassungsvoraussetzungen nachzuweisen:

  • Es besteht eine Mitgliedschaft im Deutschen
    Coachingverband
  • Mindestens eine DCV-zertifizierte Ausbildung wird
    angeboten
  • Der Ausbildungsvertrag ist transparent und fair
    gestaltet
  • Der Anbieter orientiert sich – auch was das
    sonstige Angebot betrifft – im allgemeinen
    Geschäftsgebahren an der Ethikrichtlinie des DCV und am
    Prinzip des „ehrbaren Kaufmanns“
  • Die Qualität der Ausbildung wird kontinuierlich
    evaluiert
  • Werbung und Marketing sind aufrichtig und bieten
    Transparenz über Inhalte, Qualifikationen der
    Lehrcoachs und Konditionen
  • Es werden klare Kriterien für die Auswahl der
    Teilnehmer/Teilnehmerinnen angewendet
  • Für die Ausbildung sind geeignete Räumlichkeiten
    vorhanden

Der Antragsteller/die Antragstellerin fügt dem Antrag
auf Zertifizierung als Ausbildungsinstitut aussagekräftige
Unterlagen bei, die nachvollziehbar erkennen lassen, dass
die o.g. Anforderungen erfüllt sind. Ferner verpflichtet
sich der Antragsteller/die Antragstellerin mit der
Zertifizierung, bei Bedarf gegenüber der
Zertifizierungskommission Strukturen und Prozesse im
Zusammenhang mit der Ausbildung transparent zu machen. Um
die Zertifizierung zu erhalten, zeigen die
Ausbildungsinstitute alle Änderungen an ihrer Ausbildung
(Umfang, Inhalte, Lehrcoachs etc.) unaufgefordert an,
sobald hierfür die Ausschreibung erfolgt. Weiterhin sind
die Ausbildungsinstitute, in 4 Jahren mindestens 2 x an den
jährlich im Rahmen der Mitgliederversammlung stattfindenden
Treffen der Ausbildungsinstitute teilzunehmen. Hierzu
entsenden diese einen Lehrcoach oder den Geschäftsführer
des Ausbildungsinstituts.

Anhang 6: Zulassungsvoraussetzungen für die
Zertifizierung einer Coachingausbildung (DCV)

Für die Zertifizierung einer Coachingausbildung sind
aussagekräftige Unterlagen vorzulegen, aus denen
hervorgeht, dass die unten benannten Kriterien erfüllt
sind: Folgende Unterlagen sind mindestens vorzulegen:

  • Ausbildungskonzept
  • Ablaufplan/Trainereinsatzplan
  • Offizielle Ausschreibung der Ausbildung
    (Informationsmaterial)
  • Offizielles Abschlusszertifikat der Ausbildung als
    Muster
  • Erklärung, wer der verantwortliche Lehrcoach (DCV)
    ist, der die Ausbildung leitet
  • Erklärung, dass das Ausbildungskonzept geistiges
    Eigentum des Antragstellers/der Antragstellerin ist

Folgende Kriterien sind zu erfüllen:

  • Verbandsmitgliedschaft
    • Der Rechtsträger der Ausbildung ist
      Mitglied im DCV und als Ausbildungsinstitut
      (DCV) zertifiziert
  • Ethik
    • Die Ausbildung orientiert sich an der
      Ethikrichtlinie des DCV
  • Umfang
    • Der Gesamtumfang der Ausbildung beträgt
      mindestens 200 Zeitstunden, davon:
    • Mindestens 120 Zeitstunden
      Präsenzveranstaltungen, die von einem Lehrcoach
      (DCV) geleitet werden
    • Höchstens 40 Zeitstunden
      Präsenzveranstaltungen, die von anderen,
      qualifizierten Ausbildern/Ausbilderinnen
      geleitet werden
    • Höchstens 40 Zeitstunden selbstorganisierte
      Übungsgruppen unter der Supervision eines
      Lehrcoachs (DCV)
  • Praxisrelevanz
    • Die Teilnehmer/Teilnehmerinnen erleben
      selbst Coaching in der Praxis: sowohl als
      Coach, als Klient/Klientin und auch als
      Beobachter/Beobachterin. Der Praxisanteil muss
      insgesamt bei mindestens 100 Zeitstunden liegen
  • Dauer
    • Die Präsenzveranstaltungen erstrecken sich
      über mindestens 6 Monate
    • Sie sind auf mindestens 20 Tage verteilt
    • Es werden nicht mehr als 8 Zeitstunden
      Präsenzveranstaltungen pro Tag anerkannt
  • Ausbilder
    • Es sind mindestens 2 Lehrcoachs in der
      Ausbildung eingesetzt
  • Inhalte
    • Die Ausbildung umfasst mindestens folgende
      Punkte:
    • Grundlagen von Coaching
    • Ethik im Coaching
    • Rollen und Beziehungen im Coaching
    • Ablauf und Phasen des Coaching-Prozesses
    • Auftragsklärung und Kontraktgestaltung
    • Diagnostik
    • Intervention
    • Umgang mit Übertragungsphänomenen
    • Evaluation und Qualitätssicherung
  • Methoden
    • Mindestens 3 vom DCV anerkannte Methoden
      werden vermittelt
  • Abschluss
    • Die Ausbildung endet mit einem Video-,
      Audio-, oder Live-Testing und abschließendem
      Feedback durch den verantwortlichen Lehrcoach
      (DCV)

Die Zertifizierung einer Ausbildung gilt immer nur für
das eingereichte Ausbildungskonzept. Alle zwei Jahre sowie
bei nachträglichen Änderungen am Konzept oder dem
Lehrcoacheinsatz müssen der Zertifizierungskommission die
relevanten Unterlagen unaufgefordert erneut vorgelegt
werden, um die Zertifizierung zu erhalten. Dabei sind alle
Änderungen deutlich erkennbar hervorzuheben. HINWEIS: Die
Zertifizierung erstreckt sich ausschließlich auf die
Ausbildung selbst. Die Absolventen/Absolventinnen der
Ausbildung sind nicht automatisch als Coach (DCV)
zertifiziert.

Anhang 7: Anerkannte Coachingmethoden

Eine Reihe von psychologischen Methoden wird vom DCV
pauschal als Coachingmethode im Sinne der
Zertifizierungsordnung anerkannt, z. B. im Rahmen einer
Coachingausbildung.

  • Kognitive Verhaltenstherapie
  • Rational-Emotive Therapie (nach A. Ellis)
  • Transaktionsanalyse (nach E. Berne)
  • Gestalttherapie/-beratung (nach F. Perls)
  • Gesprächstherapie/-beratung (nach C. Rogers)
  • Neurolinguistisches Programmieren (NLP)
  • Systemische Aufstellungen ( nach M. Varga von
    Kibéd/Insa Sparrer)
  • Lösungsorientierte Therapie/Beratung (nach S.
    DeShazer)
  • Systemische Therapie/Beratung
  • Hypnotherapie (nach M. Erickson)
  • Psychodrama (nach J. Moreno)
  • Provokative Therapie/Beratung (nach F. Farelly)
  • Logotherapie (nach V. Frankl)
  • EMDR / Wingwave

Ausbildungen in diesen Methoden werden – unter
Beachtung der Zulassungsvoraussetzungen – außerdem als
Äquivalent einer Coachingausbildung anerkannt. Darüber
hinaus können andere als die genannten Methoden im Rahmen
des Zertifizierungsverfahrens auf dem Wege der
Einzelfallprüfung anerkannt werden.

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